noch mehr Osteomyelitis
Zwei weitere sehr traurige Faelle von Osteomyelitis nach Pyomyositis haben wir in den letzten Tagen gesehen: zunaehst eine 24jaehrige sehr huebsche Frau, die sich mit einer schon seit laengerem eiternden Wunde paraanal vorstellte. Sie hat drei Kinder, das juengste etwa ein Jahr alt; ihr Mann hat sie verlassen, so wie sie andeutete wohl wegen dieser Erkrankung. Das
Roentgenbild hat deutlich gezeigt, dass es sich nicht nur um einen Abzess in den Weichteilen handelt, sondern das Sitzbein und auch das rechte Hueftgelenk beteiligt sind. Da gibt es nur eine sinnvolle Therapie: der Abszess muss entfernt werden einschliesslich moeglichst viel von dem infizierten Knochen, dann muss muss der Knochen ueber Sonden mit hochkonzentrierter Antiobiotikaloesung gespuelt werden und der Patient laengere Zeit systemisch mit Antibiotika behandelt werden. Aber auch unter optimaler Therapie ist eine solche Knocheninfektion lebenslang in Gefahr zu rezidivieren.
Der zweite Fall, den wir gesehen haben, ist ein 12jaehriger Shuar-Indianer. Er kam mit seinem Vater und auf ein Gestell gestuetzt gehend, das rechte Bein kann er nicht belasten. Das Roentgenbild zeigt deutlich, warum: der gesamte rechte Femurkopf und -hals sind schon fast verschwunden, auch die Hueftgelenkspfanne ist mitbeteiligt, wieder fatale Auswirkungen einer wahrscheinlich
Staphylokokkeninfektion. Fuer Dienstag ist seine Operation geplant. Der Vater hat keine Miene verzogen, aber der Junge hat geweint, als er erfahren hat, was ihm bevorsteht. Nach der Sanierung der Infektion (also u.a. Enfernung des infizierten Knochens) wird das Gelenk vermutlich zunaechst einmal versteift werden, ev. kann er in ein paar Jahren eine Prothese erhalten. Wobei die Kosten dafuer natuerlich weit jenseits von dem liegen, was sich seine Familie leisten kann.



April 23rd, 2007 23:05
und das alles hätte verhindert werden können mit einer anständigen Antibiotika-Behandlung? Ich sitze mal wieder an der Software dazu.
Best greetings und viel Weisheit bei den Diagnosen. Stets in Gedanken in Peru,
your sister with dogy