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Marañon und Ucuyali

heissen die beiden Flüsse, die sich im Nordosten Perus zum Amazonas vereinigen. Nachdem ich den grössten Teil der vergangenen zwei Jahre in der „Sierra“, dem Berland auf einer Höhe von fast 3000 m über dem Meeresspiegel verbracht habe, und gelegentlich überwiegend beruflich bedingte Abstecher in die „Costa“ (Küstenregion) gemacht habe, hatte ich jetzt die Gelegenheit, dorthin zu reisen und so auch noch die dritte der drei unterschiedlichen Regionen des Landes, die „Selva“ (Regenwald), kennenzulernen.                                                        Nach der zum Ende der Trockenzeit recht staubigen Landschaft um Curahuasi und dem Bergklima mit trockener Luft, kühlen Nächten und mittags stechender Sonne, war es ein eindrucksvoller Wechsel in das feuchtwarme Klima des Amazonasgebiets, mit unzähligen Wassserläufen, an dessen Ufern überbordendem Grün wuchert. Die Indigenas dort – ein ganz anderer Stamm als die Quetchua , die den Grossteil der Bevölkerung in der Sierra ausmachen – wirkten sehr entspannt; ein Besuch in einem am Flussufer gelegenen Dorf erweckt fast den Eindruck einen kleinen Paradieses – vor allen Hütten sind Hängematten zu sehen, lachende Kinder flitzen in Banden durch die Gegend, oder machen gemeinsam mit ihren Klassenkameraden unter Aufsicht der Lehrerin in der Schule ihre Hausaufgaben. Die Ernährung besteht überwiegend aus Bananen, Reis und Fisch und es scheinen kaum mal Engpässe aufzutreten. Eine medizinische Grundversorgung scheint auch gewährleistet zu sein, und für ernstere Fälle gibt es in der nächst grösseren Stadt Iquitos Krankenhäuser - wer also mit dem einfachen Leben zufrieden ist, kann das wahrscheinlich hier finden. Anders schaut es natürlich aus mit dem Kontakt zur Aussenwelt, Berufsperspektiven oder Luxusgütern - wobei sich anscheinend auch da einiges tut, viele Dörfer sind bereits zumindest stundenweise mit Strom versorgt, was natürlich wiederum oftmals Voraussetzung für Information und Kommunikation ist.                         Ebenfalls recht entspannt scheint die Tierwelt dort zu sein – nicht nur haben sich sehr viele Vögel und auch ein paar Affen von uns sehen lassen, wir hatten Gelegenheit, mal eine kleine Boa Constrictor auf den Arm zu nehmen (fühlt sich toll an, ehrlich!) sowie mit Flussdelfinen, Piranhas und Kaimane zu schwimmen – na ja mit letzteren beiden nicht direkt Seite an Seite, wobei man sich angesichts des doch recht trüben Flusswassers auch wiederum nicht ganz sicher sein kann. Fakt ist jedenfalls, dass wir geschwommen sind – der Führer hat uns nicht nur versichert, dass das ohne Risiko möglich ist, er ist auch mit ins Wasser gekommen, was mein Vertrauen in seine Worte doch erheblich bestärkt hat. Etwas später haben wir dann unweit davon Piranhas geangelt (und später verspeist) und nachts – wir hatten für eine Nacht ein Campinglager im Dschungel aufgeschlagen -  ein paar Kaimane gesehen. Die einzigen, die uns gebissen haben, waren ein paar Moskitos, aber auch nicht allzu viele (und die Malaria ist in Peru kein echtes Problem, sie kommt selten vor und die Stämme sind bislang offensichtlich nicht resistent). Es war also eine eindrucksvolle Zeit und ein perfekter Abschluss für zwei Jahre „Röntgen in Peru“! 

One Response to “Marañon und Ucuyali”

  1. CLARENCE
    June 27th, 2010 11:11
    1

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