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Archive for September, 2008

Lost in Migration

Monday, September 1st, 2008

Waren wir zwei Tage lang in der vergangenen Woche. Montag morgen war die gesamte Mannschaft der Neuankömmlinge – inklusive der Kinder, die einem bei peruanischen Ämtern durchaus Vorteile durch bevorzugte Bedienung verschaffen können – bei Interpol, dort sind jedem der Bewerber um eine peruanische ID-Karte neben Fotos fontal und im Profil der Zahnstatus und Abdrücke jedes einzelnen Fingers abgenommen worden, ausserdem weitere persönliche Daten wie Grösse, Gewicht, Familienstand, Augenfarbe, Religionszugehörigkeit etc etc.  Mittwoch, (den Dienstag hatte ich genutzt, um die erforderlichen Unterlagen für die Lizenzierung der Röntgenabteilung einzureichen) waren wir auf „Migraciones“, der Einwandererbehörde. Damit keine Langeweile aufkommt – immerhin sind wir Pionier-Missionare und defintionsgemäss abenteuerlustig – haben wir diesen Behördengang nicht auf irgendeinen durchschnittlichen Tag gelegt, sondern genau auf den einen Tag, an dem alle Computersysteme in dieser Behörde umgestellt und erneuert wurden. Bekanntlich ist die Umstellung eines Computersystems immer mit einem gewissen Risiko verbunden, und der Zeitgewinn, der durch die Umstellung entsteht, ist zumindest in der ersten Zeit rein virutell. Als wir also an besagtem Mittwoch an der Behörde ankamen, sah es zunächst so aus, als ob sie komplett geschlossen bleiben würde; das hat sich aber dann zum Glück als falsch herausgestellt, und so konnten wir die ersten Kontakte der Mitarbeiter dieser Behörde mit ihrer neuen Software „live und in Farbe“ miterleben. Sehr froh hat es einen unserer Kollegen z.B. gestimmt, als gerade eine Seite im Computer mühsam mit allen seinen Daten gefüttert worden war und der Angestellte daraufhin, in der Absicht, diese zu speichern, das kleine Kreuzchen rechts oben im Rahmen des Fensters geklickt hat… („Fenster schliessen“, d.h. alle soeben eingegebenen und eben noch nicht gespeicherten Daten waren gelöscht und der Prozess musste von vorne begonnen werden).

Entgegen der ursprünglich angenommenen ca.2 Stunde waren wir etwa 6 Stunden auf diesem Amt, immerhin eine von drei Personen hatte dann ihr „Carnet“ korrekt; ein weiteres musste am folgenden Tag zur Korrektur zurückgebracht werden und für das dritte haben wir am Donnerstag nochmals ca. 31/2 Stunden dort verbracht. Aber wir haben es trotzdem noch rechtzeitig zum Flughafen zu unserem Flug nach Cusco geschafft, und somit waren wir äusserst zufrieden.  Eine der wichtigsten Eigenschaften für Pioniermissionare scheint neben der Abenteuerlust eben immer wieder die Geduld zu sein.