Personallungen
Tuesday, July 29th, 2008sind letzte Woche geröntgt worden, ca. 40 Stück habe ich befundet. Das Team aus MTAs, Röntgengerät und Entwickler ist mittlerweile ausgezeichnet eingespielt, die Aufnahmen werden qualitativ richtig gut, und so haben meine Mitarbeiterinnen die Gelegenheit genutzt, bevor sich die erste von den dreien am vergangenen Freitag für voraussichtlich ein Jahr verabschiedet hat, und haben mit den Personaluntersuchungen begonnen: alle einheimischen Mitarbeiter müssen sich einem Lungenröntgen, einem Blut-, Urin- und Stuhltest unterziehen. Die Ausländer haben vor ihrer Ausreise normalerweise einen Tropen-tauglichkeituntersuchung hinter sich gebracht und sind daher von dieser Massnahme ausgenommen.
Schweisstreibend war die Röntgenktion höchstens für die MTA’s beim Anfertigen der Aufnahmen - bis auf sehr wenige Ausnahmen habe ich nur Normalbefunde gesehen und mittels Textbausteinen ist so ein Befund in ca. 2 Minuten fertig. Dennoch war das eine neue Erfahrung für mich: das Befunden solcher Personaluntersuchungen ist in aller Regel Chef - oder Oberarztsache, und da ich in meiner Abteilung alle Positionen alleine besetze, ist dies nun erstmals in meiner Karriere an mir hängen geblieben. Besonders anstrengend war es, wie gesagt, nicht, aber doch etwas besonderes, sich die Herzen und Lungen von Menschen anzuschauen, mit denen man täglich zusammenarbeitet. Es gehört zu den unvermeidlichen Berufsrisiken von Radiologen - wie aller Ärzte - einen relevanten pathologischen Befund in einem frühen, noch gut therapierbaren Stadium zu übersehen und es ist natürlich immer tragisch, wenn es passiert, aber irgendwie doch nochmal etwas anderes, wenn es sich bei dem “Opfer” um einen Bekannten oder Kollegen handelt.


