Entwicklungsland
Saturday, May 24th, 2008nennt sich Peru und jetzt verstehe ich auch, warum: seit letzter Woche ist endlich das Röntgen in Betrieb; genau genommen bislang nur die mobile Einheit, der Röntgenraum mit Buckytisch und Wandstativ soll nächste Woche aufgebaut werden (ich bin zwar zuversichtlich, aber aufgrund mittlerweile eineinhalbjähriger Erfahrung was Termine und deren Einhaltung in diesem Land angeht, verhalten). Bis in hoffentlich etwa 4 Monaten unser digitales System in Betrieb ist, müssen allerdings die Aufnahmen noch von Hand entwickelt werden, und dafür hat sich unsere australische MTRA ein Entwicklungsgerät aus “Down Under” spenden lassen (s. Foto bei “Fllickr”). Vermutlich ist es damals mit den ersten Schiffen von Strafgefangenen dorthin exportiert worden und erlebt nun schon seinen dritten Kontinent. Ich wusste gar nicht, dass solche Antiquitäten überhaupt noch zu bekommen sind und entsprechend wissen wir dieses Gerät zu schätzen. Es steht in der Dunkelkammer, wo unter Rotlicht der belichtete Film aus der Kassette genommen wird und in den Apparat eingeführt. Seitlich am Apparat finden sich zwei Öffnungen, über welche immer wieder Entwickler - und Fixiererlösung nachgefüllt werden. Ein drittes Bad ist mit Wasser gefüllt, und durch langsames Drehen an einem Zahnrad zieht man den Röntgenfilm quasi fast vollautomatisch durch die verschiedenen Chemiebäder um etwa 1-2 Minuten später wieder ans Rotlicht zu kommen. Die Spannung ist natürlich dann sehr gross, ob die Aufnahme qualitativ verwertbar ist, die Verweildauer in den Chemikalien ausreichend, aber nicht zu lang, etc. Historisch gesehen auf jeden Fall sehr interessant und ich lade gerne alle Radiologen und MTRA’s aus meiner Leserschaft zu einer Zeitreise nach Peru ein!


