Einen Ultraschall
Wednesday, November 28th, 2007vom Ohr wollte sie gerne, die Senorita, die heute morgen in meine “Consulta” kam. Vor zwei Wochen war sie schon mal da gewesen, damals klagte sie über Bauchschmerzen, die schon seit einem Jahr bestünden. Der damals durchgeführte Ultraschall des Abdomens hat einen Normalbefund ergeben, seither hat sie auch keine Beschwerden mehr. Jetzt täte aber das Ohr weh, was durchaus glaubwürdig war, schliesslich konnte man mit dem Ohrenspiegel den Eiter darin sehen. Einen Ultraschall haben wir ihr aber trotzdem nicht verkauft (ebenso wie Ultraschall vom Kopf oder dem Rücken, auch immer wieder patientenseits gewünscht, wäre das wenig sinnvoll) sondern sie mit Antibiotika und Nasentropfen heim geschickt - mit der Empfehlung, sich einem Ohrenarzt vorzustellen; diese Spezialität haben wir leider nicht im Angebot. Vermutlich wird sie das aber nicht tun, das dies schon Fahrtkosten von mindestens 20 Soles mit sich bringen würde, ganz abgesehen von dem, was sie für den Termin selbst und die Medizin zahlen müsste.
Die Erwartungen der Bevölkerung hier in die moderne Medizin sind wirklich gross - ein idealer Arztbesuch würde vermutlich so ausschauen, dass zunächst ein Ultraschall angefertigt wird - von genau und nur der Stelle die weh tut, die wird einem auch beharrlich immer wieder gezeigt, wenn man z.B. versucht, eine vernünftige Untersuchung aller Bauchorgane zu machen - anschliessend müsste eine Spritze folgen und vielleicht noch ein paar Tabletten zum mitnehmen, daraufhin - zumindest scheinen so die Vorstellungen zu sein - würde sich eine komplette Gesundheit einstellen.
Leider sind die Medikamente, die so wirken, noch nicht erfunden, wir warten täglich darauf!


