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Archive for August, 2007

Mein Meisterstück

Thursday, August 30th, 2007

sollte es werden - das sagte Klaus, mein “Chef”, am Freitag nachmittag, als er mich auf meinem Handy anrief, er hätte eine ganz besondere Aufgabe für mich. Na das wird ja was tolles sein, habe ich geantwortet, wenn er das Gespräch so einleitet, kann das nichts Gutes bedeuten.
Gerade hatte ich mal wieder eine unsere neuen Mitarbeiterinnen am Busterminal abgeliefert und in Richtung Curahuasi geschickt und mich auf ein wenig freie Zeit gefreut, bevor ich am Samstag abend um 22 Uhr wieder am Flughafen stehen würde, um noch einmal eine vierköpfige Familie abzuholen. Einen Teil dieser Zeit wollte ich schliesslich auch damit verbringen, mich auf den zweiten Anlauf der Führerscheinprüfung vorzubereiten, damit sie bei diesem Mal vielleicht erfolgreich verlaufen würde.
Was Klaus mir nun erklärte, war folgendes: um 17.35 Uhr am Samstag würde in Lima ein Flugzeug landen mit drei deutschen Kameramännern an Bord sowie einer professionellen Filmkamera mit einem Neuwert von ca. 20.000 USD; diese Leute sollten das Krankenhaus und die Einweihungsfeier filmen sowie Interviews mit verschiedenen Mitarbeitern machen. Normalerweise müssten sie am Zoll bei der Einreise eine Sicherheit im Wert der Kamera hinterlegen um zu gewährleisten, dass sie dieses Gerät nicht etwa im Land verscherbeln sondern bei ihrer Rückreise auch wieder mitnehmen würden. Natürlich haben wir diesen Betrag gerade mal nicht zur Hand, ich sollte also diesen Leuten im Zoll entgegengehen und anhand verschiedener Briefe - z.B. der Bestätigung der Präsidentengattin, dass sie Patin des Krankenhauses sein wollte und auch zur Einweihungsfeier kommen - sowie diversen Artikel grosser peruanischer Zeitungen über unser Projekt - den Zollbeamten dazu bringen, die Kamera ohne dieses Pfand ins Land zu lassen.
“Geh einfach durch die Glastüren im Ankunftsbereich bis zum Zoll, den Ankommenden entgegen” meinte Klaus, “ist gar kein Problem, ich habe das auch schon oft gemacht”. Wie er das angestellt hat, ist mir schleierhaft, mir haben es die Sicherheitsbeamten natürlich nicht erlaubt, entgegen der üblichen Richtung durch diese Türen zu gehen, das dürfte niemand, sagten sie, und meine ganzen Dokumente haben sie nicht im Mindesten beeindruckt. Was sollte ich da machen, schliesslich musste die Kamera doch aus dem Zoll raus - und, soviel wusste ich schon, von den Kameramännern sprach keiner Spanisch… Ich bin also kurzerhand zum Flughafendirektor gegangen und habe ihm mein Anliegen erklärt, er war sehr beschäftigt, aber trotzdem sehr entgegenkommend und hat einen weiteren uniformierten Mann gerufen, der mich dann begleitet hat und mit mir gemeinsam durch diese speziellen Türen bis zum Zoll gebracht hat.
Der zuständige Beamte dort war äusserst freundlich und hat sich tatsächlich die Zeit genommen, meine Geschichte anzuhören. Eigentlich hätten wir alles ganz anders machen müssen, erklärte er mir, z.B. einen Antrag im Vorhinein stellen, dass die Kamera eingeführt werden dürfte etc. Aber er hatte schliesslich ein Einsehen und der Kameraführer durfte nochmals einen neuen Zolldeklarationszettel ausfüllen, diesmal wurde die Kamera einfach nicht erwähnt… eine etwas unkonventionelle, aber sehr einfache Art, dieses Problem zu lösen!

Geschafft

Saturday, August 25th, 2007

bin vor allem mal ich - seit letztem Montag in Lima bei richtigem Novemberwetter, wohl aufgrund des kalten Humboldtstromes vor der Kueste ist es hier um diese Zeit kalt und chronisch bedeckt, oft mit Nieselregen, und ich bin froh, dass ich meine Daunenjacke aus den Bergen mitgebracht habe. 17 Leute, davon 8 zum Teil noch sehr kleine Kinder, habe ich bislang schon vom Flughafen abgeholt und nach dem ersten Abschnitt der Einwanderungsformalitaeten zwei bis drei Tage spaeter wieder weiterverfrachtet; eine Familie von 4 Personen steht noch aus, sie sollte morgen Abend abkommen.

Ob meine Strahlenschutzpruefung auch geschafft ist, das wird sich noch herausstellen; als ich zwischendurch mal ein paar Stunden “frei” hatte, habe ich sie eben schnell geschrieben, vom Gefuehl her sollte es geklappt haben, ich war immer subjektiv (!) der Meinung, dass ich die Anwort auf die Fragen wusste - sogar die Frage, welchen Filter man bei einer Roentgenaufnahme mit 70 kV vorschaltet, habe ich beantworten koennen: 2,5 mm Aluminium. Wahrscheinlich werde ich das jetzt bis zum Ende meines Lebens wissen, ich hatte mir das noch kurz vor der Pruefung eingepraegt. Leider hatten die zustaendigen Personen bislang keine Zeit zur Auswertung meiner Pruefung, Montag frueh darf ich nochmal anrufen und nach dem Ergebnis fragen. Aber wie gesagt mache ich mir diesbezueglich keine Sorgen, sofern diese Leute mein “Spanisch” - oder das, was ich dafuer halte - verstehen koennen, sollte ich bestanden haben.

Definitiv nicht geschafft dagegen habe ich die Fuehrerscheinpruefung. Die hatte ich direkt nach der Strahlenschutzpruefung noch eben drangehaengt, ein “Schuss aus der Huefte” ganz ohne Vorbereitung - abgesehen von dem, was ich vor etwa 6 Wochen mal gelesen habe. Es hat auch nur ein einziges Puenktchen zum Bestehen gefehlt - von 30 “Multiple Choice” - Fragen im Computer darf man maximal 9 falsch beantworten, bei mir waren es leider 10. Erfreulicherweise kann ich den Test ohne Extrakosten noch bis zu zwei mal wiederholen, ich hoffe natuerlich, dass es bei einem Mal bleibt. Nicht wiederholen muss ich zum Glueck die vorangegangene medizinische Untersuchung: ein Allgemeinmediziner, ein Ohren - und ein Augenarzt sowie ein Psychologe beurteilen alle Fuererscheinanwaerter auf ihre Tauglichkeit. Ihre eigenen Aufnahmebedingung fuer diesen Job scheint ein Geburtsjahr vor 1930 zu sein, und offensichtlich besitzen sie aufgrund ihrer langjaehrigen Berufserfahrung ganz unglaubliche Fertigkeiten: der Allgemeinmediziner z.B. konnte nach einem etwa 1minuetigen Gespraech meine Pulszahl, Blutdruck und Atemfrequenz notieren, ohne mich auch nur einmal beruehrt zu haben…

Aufgetaucht

Monday, August 20th, 2007

ist unser CT mittlerweile wieder (s. Foto bei “flickr”), nachdem es zwischenzeitlich auf seiner Flugreise von Deutschland ueber Miami nach Lima verschwunden war. In Teile zerlegt und Kisten verpackt hat es sich auf einem LKW auf den Weg ueber die Anden in unser Staedtchen Curahuasi gemacht, wo es bald der einzige Computertomograph im gesamten Distrikt Apurimac sein wird, einer der aermsten Regionen von Peru mit einer Bewohnerzahl von immerhin etwa 500.000 Menschen. Wo es sich versteckt hatte, habe ich noch nicht erfahren, momentan sind wir auch alle so beschaeftigt, dass fuer solche Nebensaechlichkeiten keine Zeit bleibt; Hauptsache, jetzt ist es da und wird hoffentlich noch vor der Eroeffnungsfeier aufgebaut.

Ausserdem hoffe ich natuerlich sehr, dass ich beim Aufbau dabei sein kann - ich moechte gerne die extra zu diesem Zweck anreisenden Siemens-Techniker bei ihrer Arbeit beobachten und ausfragen, damit ich im Fall eines Geraeteausfalls moeglichst genaue Auskunft geben kann, bevor ein Techniker zur Wartung zu uns raus kommen. Nicht dass am Ende meine Auskunft dann aehnlich “qualifiziert” ist wie die einer Frau, die mal in einem Callcenter angerufen hat, weil sie mit ihrem Computer nicht klar kam. Als sie schliesslich von dem ob ihrer Unbedarftheit langsam verzweifelnden Callcenter-Mitarbeiter (ein Freund von mir) gefragt wurde, was denn auf dem Monitor stehe, war ihre verwunderte Antwort “eine Pflanze!”   

In Lima

Sunday, August 19th, 2007

bin ich gerade, nicht etwa in Ica, der letzte Beitrag war diesbezueglich wohl etwas missverstaendlich. Fuer zwei Wochen bin ich hier im Gaestehaus der Schweizer Mission ”Indicamino” eingebucht. Mein Auftrag ist es, die diesen Monat anreisenden neuen Missionarskollegen vom Flughafen abzuholen und mit Kind und Kegel und haufenweise Gepaeck - in der Regel knapp 50 kg pro Person - sicher ins Gaestehaus zu bringen und sie an ihren ersten Tagen hier in Peru zu begleiten.

Die Ankunft der Flugzeuge ist in der Regel gegen Mitternacht, etwa um 2 Uhr morgens sind wir dann im Gaestehaus. Am naechsten Morgen geht es dann direkt zu Interpol, der ersten Station des Immigrationshuerdenlaufs, hier werden Fotos frontal und im Profil angefertigt, ein Zahnstatus erhoben und alle 10 Fingerabdruecke abgenommen. Interpol prueft die erhobenen Daten, wahrscheinlich um zu verhindern, dass sich ein international gesuchter Verbrecher als Missionsarzt in Curahuasi versteckt, und leitet die Erlaubnis zur Immigration an das entsprechende Amt weiter, wo man ca. 3 Wochen spaeter den naechsten Abschnitt des Immigrationsprozesses durchlaeuft.

Anschliessend folgt in der Regel ein Besuch in einem grossen Einkaufszentrum - nicht, dass man zu diesem Zeitpunkt schon wirklich irgendetwas kaufen wollte, aber ich finde, dass dies doch ganz beruhigend ist zu sehen, dass man hier zwar gegen gutes Geld mit Preisen wie zuhause aber immerhin doch fast alles bekommen kann, was man an Konsumguetern gewoehnt ist. So bald wie moeglich geht die Reise dann weiter nach Curahuasi, um die Zimmer im Gaestehaus wieder den naechsten Neuankoemmlingen zur Verfuegung stellen zu koennen.

Bislang waren eine Familie mit 4 Kindern sowie 2 Singles hier, sie sind jetzt bereits in Curahuasi und leben dort z.T. in Camping-aehnlichen Verhaeltnissen. Ihre zukuenftigen Haeuser muessen erst noch bewohnbar gemacht werden, das soll geschehen, waehrend sie ihre Sprachkurse in Cusco belegen. Die zweite Familie mit 4 Kindern sowie ein Single sind gerade hier, sie gehen alle Montag frueh zu Interpol und reisen abends mit dem Bus weiter. Ein weiteres Ehepaar sowie im Anschluss daran eine junge Familie mit 2 Kleinkindern stehen noch aus.

Natuerlich freue ich mich ueber die Ankunft aller neuen Kollegen und helfe ihnen gerne bei ihren ersten Erfahrungen, mitunter kostet es aber doch ein wenig Nerven, vor allem, wenn wir uns aufgrund der Anzahl der Personen und der Menge des Gepaecks auf mehrere Taxis verteilen muessen und ich gezwungen bin, auf die Zuverlaessigkeit der Fahrer zu vertrauen. Etwas stressig kann auch die Rueckfahrt zum Flughafen zur Weiterreise meistens frueh morgens sein, wenn die bestellten Taxis nicht auftauchen und man sich fragt, ob man nicht besser ein Taxi auf der Strasse anhalten sollte, um das Flugzeug nicht zu verpassen, allerdings birgt dies natuerlich gegenueber telefonisch bestellten Taxis ein hoeheres Risiko, die Fahrt nicht am eigentlichen Ziel zu beenden sondern irgendwo in einer abgelegenen Gegend und ohne Gepaeck, Geld und Kreditkarten.

Bislang ist aber alles sehr gut gelaufen und wir sind uns der Schutzengel sehr bewusst, die uns begleiten!

7,9

Sunday, August 19th, 2007

auf der seismischen Skala war der heftigste Ausschlag bei dem Erdbeben in Peru letzten Dienstag, und wer schon mal selbst eines erlebt hat weiss, dass das ganz schoen heftig ist. Das Epizentrum war in Ica, einer Kuestenstadt 300 km suedlich von Lima, wo ich selbst zu dem Zeitpunkt war. Es war schon ziemlich unheimlich, als ploetzlich der Boden unter meinen Fuessen so heftig wackelte und so wie alle andere Leute in meiner Umgebung bin ich raus auf die Strasse gelaufen und habe gehofft, dass es schnell vorueber geht - und dass sich ploetzlich unter mir die Erde auftut und ich in einen grossen Riss falle.

Am gleichen Abend und die Tage darauf war das Land in einem Ausnahmezustand, alle Fernsehsender haben ununterbrochen nur ueber dise Katastrophe berichtet und die Flaggen stehen auf Halbmast. Ueber 500 Tote hat man bisher gefunden, die Zahlen sind natuerlich am Tag nach dem Ereignis immer weiter gestiegen, da man immer mehr Leichen aus irgendwelchen Truemmern gezogen hat.

Von unserem Team sind Gott sei Dank alle unverletzt, die einzigen Sorgen, die wir persoenlich hatten, war die voruebergehende Sperrung der Panamericana, mit der Folge, dass ein Warentransport von Lima nach Curahuasi etwas verzoegert wurde und ausserdem ein paar meiner Kollegen nicht, wie sie es gerne getan haetten, mit dem Bus reisen konnten, sondern eben fliegen mussten. Aber da gibt es wohl Schlimmeres.

Frühstücksfernsehen

Tuesday, August 14th, 2007

gibt es auch in Cusco und über eine Freundin habe ich schon vor einigen Wochen einen der Mitarbeiter des “Kanal 35″ kennengelernt, der kabellos empfangen werden kann und morgens ab 7 Uhr sendet. Am Montag waren also Juan, dieser Reporter, und einer seiner Kollegen in Curahuasi. Eigentlich wollte ich ja, dass sie vor allem mit unserem Chef Klaus John sprechen, der macht ja seit Jahren eine hervorragende Öffentlichkeitsarbeit und war schon etliche Male im Fernsehen, um unser Projekt vorzustellen. Leider hatte Klaus erst nachmittags Zeit und so blieb es mir überlassen, die beiden Herrschaften am Vormittag durch das Krankenhaus zu führen. Und sie haben es sich auch trotz guten Zuredens nicht nehmen lassen, mich mindestens eine halbe Stunde (gefühlter Zeit) lang vor laufender Kamera zu interviewen, auf Spanisch, versteht sich - ich kann nur hoffen, dass maximal 30 Sekunden davon im Fernsehen erscheinen…

auch das noch

Saturday, August 11th, 2007

steht mir bevor: die peruanische Strahlenschutzprüfung, damit ich auch hier irgendwann mal ein Gerät bedienen darf, das Röntgenstrahlen produziert. IPEN, “Instituto Peruano de Energia Nuclear”, heisst die zuständige Behörde. Und da ich ja schon eine ausländische «Lizenz zum Röntgen» mitbringe, haben sie mir telefonisch mitgeteilt, wird die Strahlenschutzprüfung in meinem Fall vor allem das hiesige Strahlenschutzgesetz (Ley 28028) und die zugehörigen “reglamentos” betreffen wird. Dieses kann man im Internet nachlesen (für besonders interessierte: http://www.ipen.gob.pe/site/index/index.htm), insge- samt sind es etwa 70 Seiten Text in einem Fachspanisch, das ich ehrlich gesagt, noch nicht einmal richtig lesen kann, geschweige denn, verstehe… das einzig Gute ist, dass die Prüfung nur etwa 10 $ kostet und man sie offensichtlich beliebig oft wiederholen kann. Vermutlich gäbe es eine Möglichkeit, diese Lizenz käuflich zu erwerben, aber das wiederstrebt ja unseren Prinzipien und kommt gar nicht in die (Röntgen)Tüte. Und schliesslich haben wir Missionare eine andere Art, Probleme zu lösen, sie steht in Psalm 121: “Ich hebe meine Augen auf zu den Bergen (davon gibt es hier ja genug, Anmerkung des Autors). Woher kommt meine Hilfe? Meine Hilfe kommt vom Herrn, der Himmel und Erde gemacht hat”.

Wunder-bares

Thursday, August 9th, 2007

Erleben wir hier, wie gesagt, quasi regelmäßig. Z.B. sind die mal wieder zwei Container auf dem Weg gewesen von Deutschland nach Lima, mit jeder Menge Spenden, die wir noch dringend vor der Inbetriebnahme des Krankenhauses benötigen – unter anderem 8 Röntgenbildbetrachtern. Ende Juni sind sie losgeschickt worden und wurden Ende Juli im Hafen von Lima (Callao) erwartet. Leider gab es aber zur Ankunftszeit des Schiffes einen Stau vor dem Hafen, so dass sie zunächst nach Chile weitergeleitet und endlich am 3.8. mit leichter Verspätung am ursprünglichen Ziel angekommen sind. Jetzt mussten sie “nur noch” durch den Zoll – eigentlich in einem südamerikanischen Land keine ganz einfache Sache, aber wir waren zuversichtlich, schließlich hatten wir schon mit unseren ersten 8 Containern “wunder-bares” erlebt, als sie innerhalb von nur 3 Stunden diese Hürde genommen hatten (s. Beitrag zum 20. Und 21.4. auf unserer Krankenhaushomepage www.diopsi-suyana.org!).
Leider gab es erst mal eine schlechte Nachricht: der Zufallsgenerator hat für die beiden Container “rot” gezeigt, das bedeutet, dass sie eigentlich komplett ausgeladen und alles kontrolliert werden müsste – so was kann Tage - Wochen – im Zweifelsfall bis zu Monate dauern. Also, was tun? Das halt, was Christen – und das sind wir Missionare ja alle - normalerweise tun, wenn sie mit ihrem Latein am Ende sind: beten! Also haben sich alle von uns, die irgendwie abkömmlich waren, gestern morgen getroffen und gemeinsam haben wir Gott um seine Hilfe bei der Abfertigung der Container gebeten.
Ehrlich gesagt war ich nicht sonderlich überrascht, als uns dann gestern Abend mitgeteilt wurde: die Container sind durch, sie sind schon auf dem Weg nach Curahuasi!

Verschollen

Thursday, August 9th, 2007

ist unser CT! Donnerstag oder Freitag letzter Woche ist es in Deutschland los geflogen, in Richtung Lima mit Zwischenstopp in Miami, und seither weiß keiner mehr, wo es sich befindet. Für Fachfremde sei erwähnt, dass es sich dabei nicht etwa z.B. um ein Chirurgisches Taschenlexikon handelt, sondern um unseren Computertomographen, ein radiologisches Großgerät von gut einer Tonne Gewicht und Ausmaßen von mindestens 2 x 2 x 2,5 m! Bei dem Gerät handelt es sich um eine sehr freundliche Spende der Firma Siemens und eigentlich hätten sie es schon längst mit einem Schiffscontainer schicken können, aber solange die Genehmigung der peruanischen Strahlenschutzbehörde für den Import des Gerätes noch nicht vorlag, wurde uns geraten, es noch nicht los zu schicken. Um schließlich, nachdem die genannte Genehmigung endlich ausgestellt war, noch rechtzeitig für die Einweihung am 31.8. da zu sein, musste es dann auf dem Luftweg geschickt werden.
Die SMS “das CT ist angekommen”, die ich letzten Freitag von unserer “Chefin” Tina erhielt, war also nicht gelogen, natürlich ist es angekommen. Nur dass im Moment keiner von uns weiß, wo genau – in Miami und aus Versehen in irgendeine Ecke geschoben und vergessen worden? Oder fehlgeleitet nach Santiago de Chile oder Bogotá? Der zuständige Sachbearbeiter von Siemens ist dummerweise ausgerechnet jetzt im Urlaub (man munkelt, er sei in Miami!?), so dass wir noch nicht einmal wissen, mit welchem Flug das gute Teil transportiert wurde. Aber natürlich lassen wir uns von solchen “Kleinigkeiten” nicht entmutigen, dafür haben wir hier und mit diesem Projekt schon zu viel “Wunder-bares” erlebt!

Funerales

Wednesday, August 8th, 2007

heisst “Beerdigungsfeier”, uns eine solche konnten wir gerade bei unseren Nachbarn gegenüber miterleben – zwar war keiner unserer Wohngemeinschaft selbst dabei, aber auch von unserem Haus aus liess sie sich ganz gut verfolgen, zumindest akustisch.
Angefangen hat die Feier vorgestern mit den ersten Vorbereitungen, eine meiner Mitbewohnerinnen meinte, es wäre wohl gegenüber ein Schwein geschlachtet worden, und offensichtlich auch nicht sehr professionell, es hätte ziemlich lange und laut geschrien. Gestern Abend waren dann sehr viele Leute in diesem Haus versammelt, bis etwa Mitternacht war ein ständiges Kommen und Gehen (das sich nicht überhören lässt, da ihre Wellblechtüre beim Öffnen und Schliessen leider jedes Mal schrecklich laut über die Schwelle schleift, ein sehr unangenehmes Geräusch, dass sich von meinem Bett aus auch sehr gut hören lässt) und die kleineren Kinder haben lauthals auf der Strasse gepielt. Und heute am frühen Nachmittag hat sich zunächst eine Schülergruppe mit diversen Instrumenten, u.a. Trommeln und Glockenspielen, vor unserem Haus versammelt, dann wurde ein weisser Sarg herausgetragen und umringt von allen Angehörigen, Nachbarn und Freunden. Einer der Söhne der verstorbenen Senora hat eine kurze Ansprache gehalten und danach haben verschiedene Leute den Sarg symbolisch umarmt – offensichtlich bestand dabei vorübergehend Unklarheit über die Position der Leiche, der Sargdeckel wurde daher kurz mal angehoben, damit man wusste, wo sich Kopf und Füsse befinden. Schliesslich ist die gesamte Mannschaft abgezogen in Richtung Friedhof, unter musikalischer Begleitung der “Marching Band”.
Ich bin mir gar nicht sicher, ob ich diese verstorbene Senora gekannt habe – wenn überhaupt, dann nur vom Sehen. Wie ich gehört habe, war sie erst 48 Jahre alt und war wohl schon seit längerem krank. Wer weiss, ob sie nicht noch leben würde, wenn unser Krankenhaus schon fertig wäre!