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Archive for June, 2007

Fango

Wednesday, June 27th, 2007

zum Baden soll ja ganz gesund sein, ausprobiert habe ich es noch nie, aber ich nehme an, dass man sich nach so einem Bad mit sauberem Wasser abduscht. Von Fango-Duschen habe ich bisher noch nichts gehoert, dafuer habe ich das schon mal ausprobiert, mehr oder weniger freiwillig: gestern morgen kam eine truebe Bruehe aus meiner Wasserleitung, die ich mal ganz optimistisch als Fango angesehen habe. Es waren auch ein paar Pflanzenfasern dabei, die immer wieder die Oeffnungen im Duschkopf verstopft haben - ich habe nur gehofft, dass sie nicht schon eine Passage durch irgendeinen Verdauungstrakt von Mensch oder Tier hinter sich haben. Natuerlich war es auch nicht moeglich, mich hinterher mit sauberem Wasser abzuduschen, aber beim Duschen gelten ja schliesslich die gleichen Regeln wie beim Spuelen: nach dem Abtrocknen, nicht nach dem Waschen, muss es sauber sein.

Gesundheitliche Schaeden habe ich noch nicht bemerkt - im Gegenteil, die zuvor mal wieder etwas beschleunigte Verdauungstaetigkeit hat sich seit dieser Dusche normalisiert. Wie dieser Selbstversuch eindeutig belegt, sind Fangoduschen also offensichtlich doch der Gesundheit zutraeglich!

Server Ausfall

Wednesday, June 27th, 2007

Hallo zusammen,

der peru.subkutan.org Server litt an einer schweren Mainboard Inssuffizienz und hat nach kurzem schweren Leiden das Zeitliche gesegnet. Der neue Server hatte eine falsch eingestellte Systemzeit, was dazu fuehrte das wordpress, die blog software, die Posts, die scheinbar in der Zukunft geschrieben worden sind, nicht mehr angezeigt hat. Geht ja auch nicht .. Posts in der Zukunft, wo kommen wir da hin …
Ich hoffe das nun alles wieder beim Alten ist und wir weiterhin spannende Geschichten aus Peru lesen koennen.

Apropos spannende Geschichten, ich hab da ne Idee, aber davon spaeter ..

Gruss
El Administratore Hoschi

Zahlen

Thursday, June 21st, 2007

habe ich gestern nachmittag in meinem Quetchua-Unterricht gelernt; auch hier geht es wieder ganz ordentlich zu, die Zahlen werden der Reihe nach von links nach rechts gelesen und nicht rueckwaerts wie z.B. bei unserem “dreiundzwanzig”.

Ich koennte also jetzt jemandem meine Handynummer auf Quetchua sagen, sie wuerde da wie eine Zahl gelesen, also “neun Millionen dreihundertfuenfundzwanzig Tausend fuenfhundertvierzehn”, und das wuerde dann so klingen: “isqon hunu kinsa pachak iskay chunka pisqayoq waranqa pisqa pachak chunka tawayoq” - ist doch eigentlich ganz uebersichtlich, oder?

hatchhiy

Wednesday, June 20th, 2007

gesprochen “hatsch-hi”, ist das einzige Quetchua-Wort, das ich wirklich leicht zu merken finde, es bedeutet “niesen”. Allen anderen Vokabeln scheinen mit den Sprachen, die ich bisher gelernt habe - Lateinisch, Englisch, Spanisch und ein wenig Französisch - genau gar nichts gemeinsam zu haben und ich muss jedes einzelne Wort mühsam auswendig lernen. Da es sonst vielleicht zu einfach wäre, gibt es für “Schwester” und “Bruder” gleich jeweils zwei verschiedene Wörter: die Schwester einer Frau heisst “Ñaña”, die eines Mannes “Pana”; der Bruder einer Frau heisst “Tura”, der Bruder eines Mannes “Werqe”. Der aufmerksame Leser hat hier vielleicht schon bemerkt, dass der Endbuchstabe “a” nicht zwangsläufig auf einen weiblichen Begriff hinweist: “Sipas” z.B. ist das Mädchen, “Wayna” der junge Mann. Ebenso ungewöhnlich für uns ist, dass es es zwei verschiedene Formen des “wir” gibt: die eine, “noqanchis”, schliesst den Gesprächspartner ein, “noqayku” dagegen schliesst ihn aus.

Die Grammatik unterscheidet sich auch vollkommen von dem, was ich bisher kennen gelernt habe; Konjugationen und Deklinationen werden nur durch Suffixe ausgeführt, dafür aber wenigstens mit sehr grosser Regelmässigkeit, was die Sache dann wiederum etwas erleichtert. “Ch’usay” zum Beispiel bedeutet “reisen”. Demzufolge lautet die 2.Person Plural “ch’usankichis” in der Gegenwart, in der einfachen Vergangenheit “ch’usarankichis”, im Perfekt “ch’usarqankichis” und die Progessivform (”ihr reist gerade”) “ch’usashankichis”. Die Silben “ra”, “rqa” und “sha” werden also mit schoener Regelmässigkeit immer an der selben Stelle zwischen Wortstamm und Endung eingefügt. Eigentlich ganz einfach, oder? Jedenfalls hat mir meine Lehrerin so in meinen ersten zwei Doppelstunden nicht nur die Besonderheiten in der Aussprache des Quetschua beigebracht (”q” spricht sich “ch” wie in “Bach”; “ch” wird weich ausgesprochen wie in “Che Guevara”; der Apostroph im Wort bedeutet eine “Glottalisierung”, die Silbe davor wir also etwa härter ausgesprochen und danach kommt ein kleiner “Aussetzer”) sowie etwa 70 Vokabeln, sondern direkt mal eben die Konjugationen des Präsens, der beiden Vergangenheitsformen und der Progressivform; eine ganz gute Ausbeute für die investierte Zeit, finde ich, und ich werde in den kommenden Tagen bis zum nächsten Unterricht genug zu tun haben, das alles zu verinnerlichen.

Soviel für heute, “tupananchis kama” (”wir-uns-wiedersehen- bis dann”)! 

Lernen lernen lernen

Friday, June 15th, 2007

Am Freitag werde ich vermutlich das erste Mal Quetchua-Unterricht nehmen und dazu nach Cusco fahren. Natürlich sprechen hier in Curahuasi fast alle auch diese Sprache und ich habe auch schon jede Menge Unterrichtsangebote bekommen, aber eine Sprache zu sprechen bedeutet bekanntlich nicht automatisch, sie auch unterrichten zu können – zumindest sind die Kollegen, die hier mit Quetchua-Stunden begonnen haben, nicht sehr zufrieden; diese Lehrerin in Cusco dagegen soll sehr gut sein. Eine Nacht habe ich vor im Hotel zu bleiben – mein „Standardhotel“ lässt mich netterweise inzwischen oftmals umsonst dort übernachten, sie wissen zu welchem Zweck ich hier bin und wollen mich so unterstützen – und so an zwei Tagen jeweils zwei Unterrichtsstunden nehmen. Das Tempo, mit dem diese Lehrerin vorgeht, soll unheimlich schnell sein, aber mir ist das nur recht – je mehr Stoff wir in den paar Stunden behandeln, desto besser, und ich kann dann kommende Woche hier in Curahuasi üben und wieder neue Stunden vereinbaren, wenn die erste Portion Lernstoff „sitzt“.

Ein anderes Gebiet, mit dem ich mich neuerdings beschäftige, sind die Verkehrsregeln; ich habe nämlich vor, den peruanischen Führerschein zu machen. Zwar ist ein eigenes Fahrzeug meinerseits nicht geplant, aber die Familien mit kleinen Kindern haben schon aus Sicherheitsgründen – zumindest eine der Familien hat sehr schlechte Erfahrungen mit den Überlandtaxis gemacht – mittlerweile eigene Autos; außerdem gibt es den Kleintransporter des Krankenhauses, den man bei Bedarf günstig mieten kann und so kann es manchmal sehr praktisch sein, einen Führerschein zu besitzen. Zumal die Kosten dafür hier nicht mit dem zu  vergleichen sind, was er bei uns kostet – wenn alles gut geht und ich die Prüfung beim ersten Mal bestehe sollte ich inkl. aller Taxikosten mit 50 USD gut hinkommen!

Eine Möglichkeit wäre, die Prüfung in Cusco abzulegen, allerdings wird dort auch eine praktische Prüfung verlangt, bei der Frauen vermutlich grundsätzlich erstmal durchfallen. Ewas einfacher ist es in Lima, dort wird nach unseren Erfahrungen der internationale Führerschein, den ich natürlich mitgebracht habe, akzeptiert und nur die theoretische Prüfung gefordert (hier in Südamerika ist es nicht besonders ungewöhnlich, dass solche Regeln von Ort zu Ort etwas unterschiedlich sind). Anfang August werde ich vermutlich sowieso mal wieder nach Lima reisen und Neuankömmlingen unseres Teams bei den Einreiseformalitäten behilflich zu sein, bei der Gelegenheit habe ich vor, auch den Führerschein zu erweben. Von Kollegen, die das bereits hinter sich haben, habe ich mir zwei Bücher mit Instruktionen und Verkehrsregeln ausgeliehen sowie zwei Hefte mit Fragensammlungen – die Prüfung findet als „Multiple Choice“ Prüfung am Computer statt. Manche Fakten muss man natürlich einfach lernen, um die Fragen richtig beantworten zu können – z.B. in welche Strafkategorie von leicht bis sehr schwer welches Vergehen eingeordnet wird, andere Fragen sind einfach, dass es keine größeren Schwierigkeiten bereiten dürfte, sie richtig zu lösen („nach den Verkehrsregeln ist die Verwendung von Folgendem obligatorisch: a) einer Brille b) des Sicherheitsgurts c) einer Sonnenbrille“). Aber neben den Regeln, die zu lernen sind, tauchen natürlich bei der Lektüre dieser Literatur jede Menge neuer Vokabeln auf wie “Gaspedal”, Kupplung” und “Kugellager”, die ich bei der Gelegenheit auch gerade eben mal zu lernen versuche. Etliche dieser Wörter finde ich noch nicht einmal in meinem kleinen Taschenwörterbuch; wie gut, dass mittlerweile meine Bücherkisten mit u. a. einem sehr schweren, aber auch sehr umfassenden Lexikon angekommen sind!

 

Grosse Spinnen

Wednesday, June 13th, 2007

sind hier ein alltäglicher Anblick, auch in unseren Häusern, und mittlerweile gewöhne ich mich auch an sie – zumindest wenn sie friedlich in einer Zimmerecke sitzen unternehme ich oft nichts gegen sie. Etwas anders stellte sich die Situation neulich abends im Bad dar: ich war gerade dabei, die Zähne zu putzen, als ich etwas an meinem Fußknöchel kitzeln spürte und gerade noch sah, wie so eine fette Spinne begann, unter mein Hosenbein und mein Bein rauf zu klettern. Eine Tarantel war es zwar nicht – auch von denen hatten wir schon mal eine Vertreterin in unserem Badezimmer sitzen - , trotzdem bin ich sofort in einen panischen Regentanz verfallen und konnte sie so zum Glück schnell abschütteln. (Geregnet hat es übrigens noch nicht, muss also wohl noch etwas üben).

Ein anderes etwas unsympathisches Tierchen hat Melissa heute Morgen in unserem Wohnzimmer gefunden. Melissa ist eine einheimische Freundin von mir, die ich gerade in das Putzen unseres Hauses einweise, damit sie es dann selbständig machen kann, wenn wir Hausbewohner irgendwann mal den ganzen Tag im Krankenhaus sind. Diese Jobs bei den “reichen Ausländern” sind hier sehr begehrt und uns ist damit natürlich auch sehr geholfen, der Kampf gegen Staub  und Schmutz ist hier schon etwas mühsamer, als wir es in Deutschland oder der Schweiz gewöhnt sind. Sie hat also gerade das Wohnzimmer ausgefegt, als sie einen etwa 7 cm großen Skorpion entdeckt hat, der dort unterwegs war. Völlig  unerschrocken hat sie das Tier sofort erlegt – ich bin wirklich froh, dass ich dies nicht alleine bewältigen musste – und hat mir bei der Gelegenheit erklärt, dass es ratsam ist, morgens vor dem Anziehen auch alle Kleidungsstücke gut auszuschütteln. Wirklich gefährlich sind unsere Skorpione hier nicht, aber ihre Stiche sollen sehr schmerzhaft sein – und wenn einer der Einheimischen das sagt, hat das was zu heißen. Vermutlich sollte ich mir auch angewöhnen, regelmäßig meine Schuhe zu kontrollieren, bevor ich sie anziehe – ich lasse sie nachts immer im Freien vor meiner Zimmertüre stehen. Nach landestypischer Bauweise haben wir hier nämlich keine abgeschlossene Wohnung mit einem Flur, sondern alle Zimmer sind nur über den Innenhof miteinander verbunden, man ist also zwangsläufig viel im Freien. Einerseits ist man so natürlich mehr der Witterung und dem Staub, der vor allem jetzt in der Trockenzeit sehr lästig ist, ausgesetzt, andererseits finde ich es aber auch ganz angenehm, so viel an der frischen Luft zu sein. 

“Clinics”

Saturday, June 9th, 2007

nennet sich die mobile Arztpraxis, die Dr. Allen George, ein Missionsarzt aus den USA, regelmässig veranstaltet, und bei der ich diese Woche zum zweiten Mal dabei war. Um 8 Uhr morgens trafen wir uns jeweils bei ihm zuhause in Abancay; für mich bedeutet das eine Anfahrt von 1½ Stunden mit dem Taxi über eine sehr kurvenreiche Strecke inklusive einem Pass von etwa 4.500 m Höhe. Vor dort aus geht es mit seinem Geländewagen weiter, über Strassen, die man mit einem normalen Auto gar nicht befahren könnte, bis zu einem einfachen Adobe(Lehm)häuschen irgendwo in den Bergen in der Umgebung, Alles, was man benötigt, um dort mal eben seine Praxis aufzuschlagen, hat er dabei - einen Holztisch für die Schreibarbeiten, drei grosse Kunststoffcontainer, die zusammen mit einer Isomatte die Patientenliege ergeben und mit Medikamenten und einigen chirurgischen Instrumenten gefüllt sind, sowie auch ein kleines tragbares Ultraschallgerät (von Sonosite, der Vorgänger des Geräts, das die Röntgenabteilung des KSA verwendet), eine Körperwaage, ein Blutdruckmessgerät inkl. Stethoskop (das leider gerade auseinanderfällt), einen Augen- und Ohrenspiegel, und eine Satz von Holzplättchen, durchnumeriert von 1-30, um die Reihenfolge der Patienten festzulegen.

Meistens wird er bei der Ankunft schon von einer ganzen Reihe Patienten erwartet; in der Regel sind es einfache Bergbewohner, denen ihre Armut deutlich anzusehen ist, und die wissen, dass sie bei Allen für 2-3 Sol (50-80 Eurocent) eine Untersuchung und die erforderlichen Medikamente erhalten (die geringen Kosten für die Patienten sind nur daher möglich, dass Allen, ebenso wie ich und alle meine Missionarskollegen, über einen Freundeskreis in seiner Heimat finanziert wird - mehr dazu auch auf dieser Seite unter “About”). Viele dieser Leute sprechen nur Quetchua und es ist somit eine grosse Hilfe, dass auch Allen diese Sprache beeindruckend gut beherrscht; da auch viele unserer zukünftigen Patienten im Diospi Suyana-Spital nur Quechua sprechen werden, versuche ich, mir wenigstens ein paar Grundkenntnisse anzueignen: “haika wawaiki?” z.B. heisst “wie viele Kinder hast du?”; darauf kann man als Antwort schon mal “chunka” hören, also “zehn”. Ein Patient gestern hat sogar angegeben, 17 Kinder zu haben - und alle mit einer einzigen Frau!

Sehr typische Erkrankungen dieser Bevölkerung sind die Gastritis - Armut ist schliesslich auch mit viel Stress verbunden - und Rückenschmerzen, was nicht weiter verwunderlich ist, wenn man bedenkt, wie schwere Lasten, z.B. Kartoffelsäcke, viele von ihnen schleppen, und 7-Zonen-Latexmatrazen oder gute Kopfkissen nicht gerade zur Grundausstattung ihrer Behausungen gehören. Ebenso häufig sind Entzündungen aller Art, von Lungenentzündungen bis Mittelohrentzündungen - ein sehr tapferes 8jähriges Mädchen haben wir gesehen mit beidseits perforierten Trommelfellen, das eine Ohr war von Eiter verkrustet und ich möchte nicht wissen, was sie schon an Schmerzen ausgehalten hat. Und schliesslich gibt es natürlich auch viele Parasitosen, z.B. Skabies (Krätze) oder Wurmerkrankungen.

Neben medikamentöser Therapie sind in der mobilen Praxis auch kleinere Operationen möglich wie z.B. die Entfernung eines grossen subkutanen Lipoms, wie ich gestern gesehen habe; das Einpackpapier der sterilen Handschuhe dient dabei als Unterlage, eine Stirnlampe als OP-Licht in den in der Regel sehr düsteren Hütten, in denen es oftmals keinen Strom gibt und natürlich auch keine fliessendes Wasser, wir waschen uns die Hände daher mit mitgebrachtem Flaschenwasser. Sehr praktisch ist aber auch, dass Allen u. a. in der Lage ist, Zähne zu ziehen bzw. die Wurzeln nahezu vollständig verrotteter oder abgebrochener Zähne zu entfernen; vielen Leuten hat er damit schon das Weiterleben wesentlich erleichtert (wie er sagte sind starke Schmerzen - z.B. der Zähne - eine der Hauptursachen für Selbstmord in der dritten Welt!).

(Fotos unter “Flickr”)

Madrina

Saturday, June 2nd, 2007

also Patentante, bzw Padrino, Patenonkel, zu werden ist hier - zumindest fuer uns “reiche Auslaender” ziemlich einfach. Das erste Mal hat es mich gestern getroffen. Ein junger Kerl hat mich letzten Sonntag nach dem Gottesdienst angesprochen, ob ich das nicht fuer ihn uebernehmen wuerde. Er beginnt jetzt das dritte Jahr seiner Krankenpflegeausbildung und dieser Anlass wird gross gefeiert. Mangels einer guten Ausrede habe ich zugesagt. Um 17 Uhr hat die Veranstaltung angefangen; gegen 18.30 Uhr ging es dann wirklich los mit Ansprachen u.a. vom Buergermeister und dem Leiter der Krankenpflegeschule, danach durfte jeder der 32 Schueler einzeln zusammen mit seinen Eltern und dem Paten auf die Buehne kommen, dort wurde von den Paten das Namensschild sowie bei den Schwestern auch ein Haeubchen befestigt, ein kleines Geschenk ueberreicht, dann - falls in der Familie ein Fotoapparat vorhanden war - ein paar Fotos geschossen und der naechste kam an die Reihe. Diese Prozedur hat schon fast 2 Stunden gedauert, im Anschluss daran ist die ganze Festgemeinde in den Nebensaal umgezogen, wo es Essen gab: jeder hat einen Plastikteller erhalten mit einer Kartoffel, einem Stueck gebrateten (und sehr breitgeklopften) Rindfleisch sowie einem Klecks sehr scharfer gruener Sosse. Besteck gab es nicht, allerdings haette man mit einem Plastikmesser wahrscheinlich nicht viel gegen dieses Fleisch ausgerichtet. Ich habe also geschaut, was alle anderen machen und ebenso wie sie meine Kartoffel mit den Fingern geschaelt und gegessen und ebenfalls mit den Fingern Stuecke vom Fleisch abgerissen. Die meisten Einheimischen haben zum Glueck immer etwas Klopapier bei sich (wird in der Regel auf den Toiletten nicht gestellt, bzw. oftmals werden vermutlich gar keine richtigen Toiletten benutzt), damit konnten wir uns nach der Mahlzeit die Finger abwischen. Ziemlich rustikal, die ganze Angelegenheit, andererseits aber auch toll, wie sie mit relativ einfachen Mitteln bestimmt 200 Leute mit einem reellen Essen verpflegt haben .

Und gleich noch ein Anlass hat sich ergeben, bei dem ich als Madrina auftreten darf: meine Freundin Kleyder (ihr Vater ist ein grosser Fan von Richard Kleyderman, daher dieser Name), Chefin der einzigen und gar nicht so schlechten Pizzeria am Ort, hat mich vorgestern gefragt, ob ich nicht am Samstag vormittag zuschauen wollte, wenn ihre etwa 13jaehrige Tochter Mafer (Maria Fernanda) Volleyball spielt. Klar, habe ich gesagt. Im weiteren Gespraech habe ich dann erfahren, dass ich in dem Fall die Ehre hatte, bei diesem Anlass auch gleich Madrina zu sein - bei meiner Zusage zum Zuschauen war mir diese Konsequenz eigentlich noch nicht bewusst gewesen. In diesem Fall bedeutet das aber fuer mich zum Glueck nicht, dass ich die Trickots sponsorn “darf”, das waere etwas teuer geworden, es reicht, wenn ich den Volleyball mitbringe (fuer etwa 5 USD zu bekommen). Das mache ich doch gerne!Â