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Archive for May, 2007

Back home!

Wednesday, May 23rd, 2007

Nach fast zwei Monaten “Dienstreise” plus ein wenig Urlaub in Ecuador bin ich vorletzten Samstag abend wieder in Curahuasi angekommen (leider gab es zwischenzeitlich ein Serverproblem, so dass ich ich keinen Zugang zu dieser Seite hatte, daher die Verzoegerung dieses Beitrages). Der Ort hat sich gleich von seiner besten Seite gezeigt: den gesamten Sonntag von morgens um 7 bis abends um 9 Uhr gab es in dem Haus, in dem ich gerade (mal wieder “geliehen”) wohne, kein Wasser! Auch bezueglich der Internetverbindungen hat sich nicht viel getan - oftmals sind sie zum verzweifeln langsam oder die Leitung bricht einfach ploetzlich ab und wenn man Pech hat, ist alles, was man gerade geschrieben hat, verschwunden. Oder die Internetcafes haben erst gar nicht geoeffnet, wenn ich morgens voller Tatendrang dort ankomme, weil es keine Leitung gibt. 

Trotz dieser und diverser anderer kleiner Unannehmlichkeiten im taeglichen Leben hatte ich doch bei meiner Rueckkehr nach Curahuasi das Gefuehl, wieder nach Hause zu kommen. Vor allem sind mir ein paar der Leute dort in den Wochen, die ich Ende letzten Jahres bereits dort gelebt habe, schon ganz schoen ans Herz gewachsen, das ist mir erst richtig bewusst geworden, als ich sie wieder gesehen habe.

An den ersten Tagen hatte ich genug damit zu tun, mich wieder an das Klima anzupassen - meine Erythrozytenzahl (Zahl roter Blutkoerperchen) musste sich erst langsam wieder auf das Leben in 2.700 m Hoehe gewoehnen und auch die heftigen Temperaturschwankungen zwischen oft extremer Hitze am Mittag und den kuehlen Naechten sind nicht ohne. Ausserdem habe ich natuerlich versucht, wieder auf den neusten Stand zu kommen, was unser Krankenhausprojekt angeht. Der Bau ist schon beeindruckend und inzwischen ist der Innenausbau voll im Gange, leider war in letzter Zeit war das Spendenbudget etwas knapp und das hat die Arbeiten etwas verzoegert. Aber es gibt auch sehr gute Nachrichten, zum Beispìel ein Anruf von Siemens Deutschland, dass demnaechst das CT verschifft werden soll, das sie uns spenden! Jede Menge weitere Sachspenden sind in Vorbereitung, eine Halle von mehr als 500 qm steht aber auch schon voll mit Sachspenden, von Mobiliar wie z.B. 60 Krankenhausbetten ueber Rechner und 2 Tonnen neuer Berufskleidung (gespendet von einem Bundeswehrkrankenhaus) bis zu medizinischen Geraeten, da gibt es jede Menge Arbeit, nicht unbedingt radiologenspezifisch, aber dafuer sehr abwechsungsreich. Und schliesslich muessen noch jede Menge Fragen geklaert werden was den Ablauf im Krankenhausbetrieb betrifft, auch da werde ich natuerlich gerne mitarbeiten.

Nach meiner neuesten Information ist die Eroeffnung nun fuer den 31. August geplant, und auch die Praesidentengattin, die ja offizielle Schutzpatronin des Krankenhauses ist, ist schon dazu eingeladen. Es gibt also kein Zurueck mehr - und wenn wir Mitarbeiter hier auch alle schon langsam etwas ungeduldig werden und es kaum erwarten koennen, dass es endlich “richtig” losgeht, ist doch noch eine Menge zu tun und ich glaube, die es wird uns nicht langweilig werden! 

Galapagos!

Sunday, May 13th, 2007

stand eigentlich gar auf nicht auf meinem Reiseplan. In Shell habe ich aber eine sehr nette Canadiern kennengelernt, die mich unheimlich gerne bis nach Curahuasi begleiten wollte, auf jeden Fall aber unbedingt vorher noch die Galapagos Inseln sehen wollte. Da mir nach dem vielen Alleinereisen sehr viel an ihrer Begleitung lag, habe ich mich wohl oder uebel entschlossen, sie dorthin zu begleiten (meine Eltern, die guten, haben sich mal wieder als Sponsoren zur Verfuegung gestellt).

So schlimm war sie dann auch gar nicht, unsere Zeit auf den Galapagos. Von Guayaquil aus haben wir einen guenstigen Flug bekommen - wir waren am ersten Tag der Nebensaison unterwegs - und ueber private Kontakte eine Unterkunft auf der Insel Santa Cruz bei einem sehr netten einheimischen Ehepaar, die uns als erste Mieter in ihrem kleinen Anbau (zwei Doppelzimmer mit eigener Kueche) empfangen haben.  Fuer zwei Naechte sind wir zwischendurch auf die Nachbarinsel Isabela umbezogen, ueberweigend haben wir aber Tagestouren gemacht, mit dem Boot, dem Auto oder einfach zu Fuss. Zu den absoluten Highlights fuer mich hat gehoert, einmal laengere Zeit neben einer Meeresschildkroete her zu schwimmen, einen fast 2 m langen Hai zu sehen und mit Seehunden “Fangen” zu spielen - alles beim Schnorcheln. Aber auch vom Land aus gab es Spektakulaeres zu sehen - z.B. jede Menge Leguane, Riesenschildkroeten oder viele Haie in einem kleinen Wasserlauf, die von einem jungen Seehund gejagt wurden (s. Fotos unter “Flickr” die ich aus mir unerklaerlichen Gruenden leider gerade nicht in den Text kopieren kann).

Insgesamt war es eine sehr eindrucksvolle und dabei auch erholsame Zeit (wenn man von etlichen voruebergehenden Phasen der Seekrankheit absieht) und unbedingt zur Nachahmung empfohlen! - natuerlich bin ich gerne bereit, meinen geneigten Lesern im Ernstfall bei der Reiseplanung behilflich zu sein.

Und heute bin ich voller Tatendrang wieder in Cusco angekommen, um gleich noch weiter nach Curahuasi zu reisen (wo es, wie ich gehoert habe, trotz gegenteiliger Versprechungen immer noch keine schnellen Internetverbingungen gibt, daher musste dieser Blogeintrag noch vorher hier passieren). Dort wartet jede Menge Arbeit - der Innenausbau des Krankenhauses geht voran, als naechstes geht es an die Einrichtung und vor allem sind jede Menge Vorbereitungen zu treffen, die den zukuenftigen Arbeitsalltag betreffen, alle moeglichen Formblaetter muessen erstellt werden, wir muessen und gedanken ueber die Arbeitsablaeufe machen, eine detailliierte Liste aller Verbrauchsmaterialien erstellen, die wir benoetigen, Lieferanten dafuer finden, Preise aushandeln, Bestellisten anfordern etc etc… und dabei dauert erfahrungsgemaess in der Regel hier alles wesentlich laenger, als wir das von zuhause erwarten wuerden. Neben all dem moechte ich natuerlich auch unbedingt ein wenig Quetchua lernen. Mir stehen abwechslungsreiche und arbeitsintensive Zeiten bevor - ich werde berichten!  

Notfaelle

Tuesday, May 1st, 2007

Grosse Bereiche des Regenwaldes sind fuer Fahrzeuge nicht zugaenglich, die Patienten muessen daher nicht selten auf dem Luftweg geholt werden - vor allem, wenn es wirklich dringend ist und der Patient nicht gehfaehig. Einer unserer Patienten kam von einer Oelfoerderstation hier in der Naehe. Im Rahmen eines Arbeitsunfalls hat er sich schwere Verbrennungen nahezu des ganzen Koerpers zugezogen und wird nun schon seit etwa einer Woche bei uns behandelt - mit Schmerzmittlen, mit Fluessigkeits- und Eiweissersatz und mit Infektionsprophylaxe. Gut fuer das Krankenhausbudget ist, dass die Erdoelfirmen alle Kosten fuer Diagnostik undHubschrauber vor dem Krankenhaus Therapie ihrer Mitarbeiter sowie derer Angehoerigen uebernehmen. Aber auch sonst wird grundsaetzlich kein Patient, der in dieses Krankenhaus kommt abgewiesen - im Gegensatz zu den sonst ueblichen Gepflogenheiten in diesem Lande. Die Patienten bekommen zwar immer ihre Rechnung zu sehen und wenn es moeglich ist und nicht gerade ein Notfall vorliegt, muessen sie auch vorab bezahlen. Sollten sie dazu aber nicht in der Lage sein, erarbeitet ein Sozialarbeiter des Krankenhauses gemeinsam mit ihnen einen Finanzierungsplan, bei dem oft ein Grossteil bis nahezu die gesamten Kosten vom “Charitiy Fund”, also aus Spendenmitteln, uebernommen wird.

(Foto: Hubschrauberlandung vor dem Krankenhaus)