“Thinking is the hardest work there is, which is the probable reason, why so few engage in it” (”Denken ist die schwerste Arbeit, die es gibt, dies ist der anzunehmende Grund, warum sich so wenige darin betaetigen”) - hat, glaube ich, Henry Ford mal gesagt.
Vor einiger Zeit habe ich mal in einem Taxi gesessen, als der Fahrer und sein ebenfalls einheimischer Beifahrere ueber die Ursache der Probleme dieses Landes unterhalten haben; sie waren sich einig, dass ein Hauptproblem darin liegt, dass viele Leute einfach nicht denken. Ich persoenlich glaube, dass da sehr viel Wahres dran ist. Dass sie arbeitsscheu waeren, kann man den Menschen hier absolut nicht vorwerfen, viele schuften wirklich viele Stunden am Tag. Aber oft scheinen sie dabei einfach nicht den Kopf zu benutzten und machen dadurch ihre Arbeit unnoetig ineffektiv. Unseren Handwerkern in Curahuasi scheint es z.B. oftmals geradezu unmoeglich zu sein zu erahnen, welches Arbeitsmaterial sie ev. am naechsten Tag brauchen koennten; da man dieses Material in Curahuasi in der Regel nicht kaufen kann, fuehrt dies zu unnoetig haeufigen Fahrten in die naechsten Staedte, was natuerlich viel Zeit und auch Geld kostet.
In meiner Zeit hier habe ich ein paar sehr interessante Entwicklungshilfeprojekte kennengelernt, die das eigene Denken der Menschen als Ansatzpunkt nehmen. Das Projekt “Inti Raymi” (”Fest der Sonne” auf Quetchua) z.B. laedt Dorfbewohner in der Gegend um Cusco ein, andere Doerfer in der Naehe zu besichtigen; dort koennen sie sich anschauen, wie man z.B. eine Feuerstelle erhoeht baut (im Gegensatz zu den traditionell ueblichen Feuerstellen auf dem Boden schuetzt dies die kleinen Kinder davor, ins Feuer zu fallen und erleichter ausserdem der Hausfrau das Kochen), wie man Schweine einzaeunen kann (traditionell laufen sie einfach im Hof oder in den Feldern herum und unterhalten so den Kreislauf des Schweinebandwurms), wie man einen Fischteich baut, um das Nahrungsspektrum zu erweitern oder Toiletten fuer eine bessere Hygiene. Nach dieser Besichtigungstour erhalten die Dorfbewohner weder materielle noch praktische Hilfe, erfahren aber, dass eine bestimmte Zeit spaeter eine Praemierung der besten Resultate mit sehr attraktiven Geldpreisen stattfinden. Der Erfolg dieses Projekts schein hervorragend zu sein: die Leute sind sehr motiviert durch die Praemien, die ihnen in Aussicht gestellt werden und sehr stolz auf das, was sie selber an Verbesserungen ihrer Lebensbedingungen erzielt haben. Im Gegensatz dazu wuerden sie vermutlich z.B. Toilettenhaeuschen, die ihnen vom Fremden hingestellt wuerden, einfach nicht benutzen.
Ein anderes sehr interessantes und ungewoehnliches Projekt hat eine junge deutsche Frau mit einer niederlaendischen Organisation durchgefuehrt: ein einer kleineren peruanischen Stadt ha sie ein Theaterprojekt geleitet. Die Schauspieler haben selbstgeschriebene Stuecke geprobt und aufgefuehrt, bei aussreichend Oeffentlichkeitsarbeit wohl auch mit recht guter Resonanz bei der Bevoelkerung. Eine tolle Methode, glaube ich, Menschen zum Denken zu bringen!