… haben wir, eine relativ neu angekommene Schweizerin in meiner Spanischschule und ich, uns letzten Freitag gedacht, als wir uns ueber unsere Wochenendplaene ausgetauscht haben. Seit dem Erdbeben (ob es da einen Zusammenhang gibt?) ist das Wetter hier in Arequipa nicht mehr so schoen, es ist nachmittags immer bewoelkt, oft regnet es und wird gegen Abend ziemlich kuehl. An der Kueste dagegen ist Sonnenschein fast garantiert.
Sonntag Morgen kurz nach 6 habe ich also ein “Kombi” zum “Terminal terrestre”, der Busstation genommen. Diese Kombis sind VW-Busse mit Bankreihen, die immer bestimmte Strecken abfahren. An der Schiebetuere steht jeweils ein “joven” (junger Kerl, selten auch mal ein Maedel), der die Fahrtziele aus dem Fenster schreit und ausserdem dem Fahrer zuruft, wann er anhalten oder weiterfahren soll um Passagiere ein- (”bajo, bajo!”) oder auszuladen (”sube, sube, vamos!!”); meistens geht es ziemlich hektisch zu. Der Fahrpreis betraegt 60 Centimos, egal wie weit man faehrt (entspricht etwa 15 Eurocent). Als ich Sonntag morgen in meinen Kombi gestiegen bin, waren schon 24 Passagiere drin (!), ich durfte also im Gang stehen; waehrend die meisten Peruaner aufrecht in diesen Autos stehen koennen, musste ich die Fahrt ziemlich unbequem halb gebueckt hinter mich bringen und mich dabei auch noch links und rechts festhalten, da der Fahrstil dieser Kombis ziemlich abenteuerlich ist - wenn pleotzlich an einer Ecke noch ein moeglicher Passagier auftaucht, wird eine scharfe Kurve zu ihm hin gemacht; ausserdem scheinen sich die verschiedenen Kombis immer mal wieder Wettrennen zu liefern und versuchen sich gegenseitig oder andere Autos zu ueberholen, um dann an der naechsten Ampel wieder abrupt zu halten… besonders schwierig wurde es, als ich irgendwann unterwegs das Fahrgeld rausruecken sollte - gezahlt wird immer auf Ansage des “joven” (ein guter Tip von meinem Lehrer heute war, sich vor Fahrtantritt das passende Kleingeld zurechtzulegen).
Die Busfahrt nach Mejilo, einen kleinen Ort am Strand, war dagegen auesserst komfortabel und hat trotz fast drei Stunden Fahrt nur umgerechnet 4 Euro gekostet. Gegen 10 Uhr sind wir dort angekommen (ein weiterer Schweizer und eine japanische Studentin hatten sich uns auch noch angeschlossen) und einen sehr schoenen Tag am Strand verbracht. Aufgrund des Humboldtstroms, der dort entlangfuehrt, ist der Pazifik hier ziemlich kalt , aber dafuer gab es schoene Wellen und wir sind alle mindestens einmal im Wasser gewesen. Ein weiteres kleines Highlight des Tages war unser Mittag-/Abendessen (Calamares, Pommes und fritierte Huehnchenstuecke), das uns von einem freundlichen jungen Peruaner bis an unseren (gemieteten) Sonnenschirm gebracht wurde. Quasi fast Schlaraffenland-aehliche Verhaeltnisse, oder? nur kauen mussten wir noch selber…
(Natuerlich, wie koennte es anders sein, hatte ich mal wieder meine Vokabellisten bei mir! - Foto folgt)