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Archive for February, 2007

Fernweh…

Wednesday, February 28th, 2007

…hat meine Schwester offensichtlich schon bald nach meiner Abreise aus Deutschland gepackt. Vor einer Woche hat sie ihre drei Maenner sich selbst ueberlassen und ist jetzt mein erster Besuch hier in Peru. Natuerlich habe ich mir diese Gelegenheit nicht entgehen lassen und mir einen Haufen Dinge von zu Hause mitbringen lassen - z.B. meine gute Daunendecke, einen Stapel Buecher, ein paar schoene Vorhangstoffe fuer meine Zimmer, Trockenpulver zur Herstellung von Sauerteig und nicht zuletzt etwas deutsche Schokolade. Diese ganzen Mitbringsel haben wir direkt von Lima aus mit dem Bus nach Curahuasi geschickt (erfahrungsgemaess laut Kollegen aus unserem Team ein sehr zuverlaessiges Unternehmen) und sind nun zusammen auf einer kleinen Rundreise unterwegs. Unsere Eltern haben netterweise einen Sonderfonds fuer diese Reise eingerichtet so dass ich die Kosten dafuer nicht von meinem schmalen Missionarsgehalt (seufz) bestreiten muss… (bei dieser Gelegenheit mal ganz herzlich allen meinen Sponsoren danken!!).

In Lima haben wir uns nur ganz kurz aufgehalten - m.E. ist diese Stadt - ausser zum Schoppen, das kann man einigermassen gut, allerdings dann auch zu durchaus deutschschweizer Preisen - nicht besonders attraktiv, es gibt zwar schon einige interessante Museen, aber wir wollten lieber mehr Zeit haben, das Land und die Leute live zu erleben.

Schule aus, Haare ab!

Sunday, February 18th, 2007

Gestern, Freitag, war der letzte Tag von meinen 5 Wochen Sprachkurs; Hotelportiers, Taxifahrer, Restaurantbedienungen etc. sagen mir zwar schon immer mal wieder, wie gut doch mein Spanisch ist, ich haette dies aber halt ganz gerne auch haeufiger mal von meinen Lehrern gehoert… naja, auf jeden Fall kann ich mich gut verstaendigen. Im Maerz und April werde ich vorraussichtlich einige Wochen in zwei verschiedenen Krankenhaeusern in Ecuador in den Roentgenabteilungen mitarbeiten duerfen (um auch noch die radiologischen Spezialausdruecke und wichtige Floskeln - z.B. “hat nix” oder “musch luege” zulernen). Wenn ich von dort zurueckkomme, werde ich einen “nativ speaker” um eine ehrliche Beurteilung bitten, ob ich nochmals die Schulbank druecken sollte und mehr Spanisch lernen oder mich schon dem Quetchua widmen kann. 

Entgegen meine urspruenglichen Befuerchtugen sind die Friseure hier in Peru gar nicht so schlecht! in einer relativ spontanen Aktion habe ich mich auf den Stuhl in einem kleinen Friseurladen in einem Markt in Arequipa gesetzt; eigentlich wollte ich nur ein wenig die Spitzen gestutzt bekommen, jetzt habe ich mal wieder einen richtigen Kurzhaarschnitt. Gefaellt mir aber ganz gut und auch von meinen Hotelmitbewohnern habe ich viele Komplimente dafuer bekommen. Besonders gut war auch der Preis: im Gegensatz zu den 40 Euro, die mein deutscher Friseur bekommen hat, waren es hier nur 3 Sol, also 75 Eurocent, das ist doch ein kleiner Unterschied…

Vamos a la playa!…

Tuesday, February 13th, 2007

… haben wir, eine relativ neu angekommene Schweizerin in meiner Spanischschule und ich, uns letzten Freitag gedacht, als wir uns ueber unsere Wochenendplaene ausgetauscht haben. Seit dem Erdbeben (ob es da einen Zusammenhang gibt?) ist das Wetter hier in Arequipa nicht mehr so schoen, es ist nachmittags immer bewoelkt, oft regnet es und wird gegen Abend ziemlich kuehl. An der Kueste dagegen ist Sonnenschein fast garantiert.

Sonntag Morgen kurz nach 6 habe ich also ein “Kombi” zum “Terminal terrestre”, der Busstation genommen. Diese Kombis sind VW-Busse mit Bankreihen, die immer bestimmte Strecken abfahren. An der Schiebetuere steht jeweils ein “joven” (junger Kerl, selten auch mal ein Maedel), der die Fahrtziele aus dem Fenster schreit und ausserdem dem Fahrer zuruft, wann er anhalten oder weiterfahren soll um Passagiere ein- (”bajo, bajo!”) oder auszuladen (”sube, sube, vamos!!”); meistens geht es ziemlich hektisch zu. Der Fahrpreis betraegt 60 Centimos, egal wie weit man faehrt (entspricht etwa 15 Eurocent). Als ich Sonntag morgen in meinen Kombi gestiegen bin, waren schon 24 Passagiere drin (!), ich durfte also im Gang stehen; waehrend die meisten Peruaner aufrecht in diesen Autos stehen koennen, musste ich die Fahrt ziemlich unbequem halb gebueckt hinter mich bringen und mich dabei auch noch links und rechts festhalten, da der Fahrstil dieser Kombis ziemlich abenteuerlich ist - wenn pleotzlich an einer Ecke noch ein moeglicher Passagier auftaucht, wird eine scharfe Kurve zu ihm hin gemacht; ausserdem scheinen sich die verschiedenen Kombis immer mal wieder Wettrennen zu liefern und versuchen sich gegenseitig oder andere Autos zu ueberholen, um dann an der naechsten Ampel wieder abrupt zu halten… besonders schwierig wurde es, als ich irgendwann unterwegs das Fahrgeld rausruecken sollte - gezahlt wird immer auf Ansage des “joven” (ein guter Tip von meinem Lehrer heute war, sich vor Fahrtantritt das passende Kleingeld zurechtzulegen).

Die Busfahrt nach Mejilo, einen kleinen Ort am Strand, war dagegen auesserst komfortabel und hat trotz fast drei Stunden Fahrt nur umgerechnet 4 Euro gekostet. Gegen 10 Uhr sind wir dort angekommen (ein weiterer Schweizer und eine japanische Studentin hatten sich uns auch noch angeschlossen) und einen sehr schoenen Tag am Strand verbracht. Aufgrund des Humboldtstroms, der dort entlangfuehrt, ist der Pazifik hier ziemlich kalt , aber dafuer gab es schoene Wellen und wir sind alle mindestens einmal im Wasser gewesen. Ein weiteres kleines Highlight des Tages war unser Mittag-/Abendessen (Calamares, Pommes und fritierte Huehnchenstuecke), das uns von einem freundlichen jungen Peruaner bis an unseren (gemieteten) Sonnenschirm gebracht wurde. Quasi fast Schlaraffenland-aehliche Verhaeltnisse, oder? nur kauen mussten wir noch selber…

(Natuerlich, wie koennte es anders sein, hatte ich mal wieder meine Vokabellisten bei mir! - Foto folgt)

Terremotos

Friday, February 9th, 2007

Erdbeben sind hier in Areqiupa recht haeufig, mitunter angeblich bis zu mehrmals pro Woche. Gestern nachmittag, ca. 2 Uhr, ich war gerade in meinem Hotelzimmer, fing ploetzlich alles um mich herum an zu wackeln. Ich bin fuerchterlich erschrocken, aufgesprungen und raus ins Freie gelaufen in einen kleinen Innenhof (damit mir nichts auf den Kopf fallen kann), da war das Erdbeben aber auch schon vorbei. Als ich mich heute morgen im Taxi auf der Fahrt zur Schule beim Fahrer erkundigt habe, wie er es erlebt hat und ob bei ihm irgendetwas zu Schaden gekommen sei, hat er mich nur ausgelacht: das waere doch gar kein “terremoto” gewesen, allenfalls “temblores”, kleine Erschuetterungen. Wie ich dann spaeter in der Schule erfahren habe, hatte das Zentrum in einem Ort ausserhalb der Stadt gelegen, mit einer Staerke von 5 auf der seismischen Skala, der Wert in der Stadt soll etwa 2 betragen haben. Also wohl tatsaechlich nicht so schlimm… ausserdem, hat mir meine Lehrerin versichert, ist die ganze Stadt “antisismica” gebaut, also erdbebenresistent, ich braeuchte also ueberhaupt keine Angst zu haben, dass ein Gebaeude einstuerzt. Nach meinen bisherigen Erfahrungen in diesem Land faellt es mir aber doch etwas schwer, mich auf so eine Aussage blind zu verlassen (eine andere Lehrerin hat mir etwas frueher mal erzaehlt, dass in ihrem Haus die oberste Etage bei einem Erdbeben so schwere Risse bekommen hat, dass sie sie abreissen und neu aufbauen mussten). Also werde ich in Zukunft weiterhin bei Erdbeben einen moeglichst sicheren Platz aufsuchen - unter einem Tuerrahmen, zum Beispiel, oder eben im Freien (siehst Du, Gini, ich bin ja schon ganz vorsichtig geworden).