Vivir en Curahuasi
Thursday, November 23rd, 2006Seit einer Woche bin ich nun etwa in Curahuasi und es hat sich mittlerweile auch schon ein Häusschen gefunden, in das ich zumindest mal für die erste Zeit zusammen mit einer anderen Frau einziehen kann. Vorher müssen noch kleine Renovierungsarbeiten durchgeführt werden, aber dann ist es für die lokalen Verhältnisse wirklich ein schönes Haus - vor allem mit einem ziemlich grossen Innenhof. Nach hinten angrenzend sind die Hühnerställe der Vermieterin, sie hat allerdings gesagt, dass sie die Tiere umsiedeln wollte, was mir sehr recht wäre. Es sind nämlich auch etliche Hähne dabei - die Vermieterin nimmt mit Begeisterung an den Hahnenkämpfen teil, die u.a. auch bei dem Stadtfest am kommenden Wochenende stattfinden werden. Für unser Empfinden ist das ja keine schöne Sache und relativ häufig gehen diese Kämpfe wohl tödlich aus (die Hähne bekommen zusätzlich zu ihren Schnäben und eigenen Krallen noch scharfe Klingen an die Krallen gebunden). Allerdings ist meine grundsätzliche Sympathie zu lebenden Hähnen etwas reduziert, seit ich hier lebe - ich musste nämlich feststellen, dass diese Viecher die ganze Nacht hindurch krähen und nicht nur zum Sonnenaufgang. Und da es in diesem Ort einen ganzen Haufen Hähne gibt, kann man sich das Konzert vorstellen, das die ganze Nacht hindurch stattfindet. Umso lieber esse ich hier Hähnchen (und hoffe jedesmal, dass es eines aus der Nachbarschaft war), gestern abend z.B. mit Pommes und Salat - den ich allerdings sicherheitshalber liegen gelassen haben - für nur 4 Sol, das ist etwa 1 €. Überhaupt schmeckt mir das Essen hier ganz gut, es gibt halt andere Dinge als in Deutschland oder der Schweiz. So ein schönes Brötchen oder Gipfeli zum Frühstück ist leider nicht zu bekommen (man kann Aufbackbrötchen aus der nächsten grösseren Stadt mitbringen), die Einheimischen hier essen schon morgens warm. Z.B. habe ich neulich in einem Lokal das Tagesfrühstück zu mir genommen (für nur 3 Sol) - es gab Reis mit einer Sosse aus Gemüse, Kartoffeln und Kutteln. Gar nicht so schlecht (zum Glück bin ich in solchen Dingen nicht so heikel), nur halt etwas ungewohnt morgens um 8, aber man kann sich ja an vieles gewöhnen.


